Vermietungsfirma bietet nach erfolgreichen Tests Wasserstofftechnologie für schwere Maschinen an.

Das britische Unternehmen Stevens Equipment Rental (SER) gab bekannt, dass Tests mit einer Nachrüsttechnologie zur Verbesserung der Verbrennungseffizienz von Dieselmotoren den Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 % gesenkt haben. Das System nutzt Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff, der in den Dieselmotor eingespritzt wird und so die Verbrennung beschleunigt und verbessert.

Das in Cumbria im Nordwesten Englands ansässige Familienunternehmen arbeitete mit dem Spezialisten Ultimate Cell zusammen, um die Technologie an einem 35 Tonnen schweren Volvo EC350E-Bagger von SER und einem 18 Tonnen schweren Volvo L120H-Radlader zu testen.

Auf Grundlage des Baggerversuchs schätzte SER, dass bei einem jährlichen Betrieb von 2.000 Stunden Kraftstoffeinsparungen von bis zu 25 % möglich wären, während gleichzeitig 10 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden könnten.

Ein Volvo EC350E-Bagger aus dem Mietpark von SER wurde zur Evaluierung der Wasserstoff-auf-Abruf-Technologie von Ultimate Cell eingesetzt. (Bild: SER)

Der Radladerversuch ergab eine allgemeine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs während des sechsmonatigen Zeitraums, wobei in einigen Fällen Einsparungen von über 10 % erzielt wurden.

SER hat die Technologie nun in sein kommerzielles Angebot für Kunden integriert.

Das Nachrüstsystem – das schnell installiert und demontiert werden kann und an mehreren Maschinen verwendet werden kann – spaltet eine Elektrolytflüssigkeit in Wasserstoff und Sauerstoff auf, die dann in kontrollierten Mengen in den Lufteinlass des Motors eingespritzt werden.

Das Gas wirkt als Katalysator und beschleunigt die Verbrennung für eine vollständigere Kraftstoffverbrennung. Dadurch kann der Motor aus der gleichen Dieselmenge ein höheres Drehmoment bei deutlich geringerer Rußbildung erzeugen.

SER und Ultimate Cell nutzten das Telematiksystem der Maschinen, um den täglichen Kraftstoffverbrauch drei Monate lang zu erfassen und so eine Basislinie zu erstellen. Anschließend erfolgte eine sechsmonatige Überwachung nach der Installation.

Stärkeres Drehmoment und ruhigerer Betrieb

Zusätzlich zur Kraftstoffersparnis bemerkten die Bediener bei beiden Maschinen ein stärkeres Drehmoment, einen ruhigeren Lauf und einen leiseren Motorlauf.

„Wir verfolgen einen pragmatischen Ansatz bei der Dekarbonisierung“, sagte Mark Need, Vertriebsleiter von SER für Schottland und Nordengland.

„Während die Branche darauf wartet, dass großflächige elektrische oder vollständig wasserstoffbetriebene Lösungen für schwere Erdbewegungsarbeiten – insbesondere in abgelegenen Gebieten – wirtschaftlich rentabel werden, beweist dieser Test, dass unsere Kunden Ultimate Cell bereits heute nutzen können, um ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren. Er stärkt die Nachhaltigkeitsvorschläge von Bauunternehmen, die sich um große Infrastrukturprojekte bewerben.“

Die Tiple Ultimate Cell-Einheit (insgesamt drei Zellen) ist an einem Volvo EC350E-Bagger der SER-Flotte montiert. (Bild: SER)

Das System erfordert keine zusätzliche Bedienerschulung, so SER, und ist nur sichtbar, wenn die Motorabdeckung geöffnet ist.

Die einzige erforderliche Wartung besteht im Austausch des Elektrolyten, was nur wenige Minuten dauert und typischerweise in längeren Betriebsintervallen erfolgt.

Gareth Eeson, Geschäftsführer von Ultimate Cell UK, sagte: „Das SER-Team ging mit einer offenen Einstellung und einem echten Innovationsdrang in die Testphase.

„Sie haben uns tatkräftig unterstützt, die Abläufe zu optimieren, mit anfangs vierzehntägigen Kontrollgesprächen und der Verpflichtung, jedes Ergebnis doppelt zu überprüfen.“

„SER kann nun mit gutem Gewissen eine Lösung anbieten, die für den Betreiber weitgehend unsichtbar ist, aber in der Bilanz und im Nachhaltigkeitsbericht deutlich sichtbar ist.“

„Durch die Kombination von strukturierter Datenanalyse mit realem Betriebsfeedback haben wir gezeigt, dass die Optimierung der Verbrennung bereits heute messbare Kraftstoff- und Emissionsreduzierungen ermöglicht, ohne auf zukünftige Infrastruktur oder einen Flottenaustausch warten zu müssen.“

Stevens Equipment Rental wurde 1975 gegründet und betreibt eine Flotte von mehr als 180 Maschinen, darunter Muldenkipper (25–60 Tonnen), Radlader (16–36 Tonnen), Materialumschlaggeräte, Bagger und Kettenplanierraupen.

Zusätzlich zu seinem Hauptsitz in Cumbria verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in Kettering, Glasgow und Dundee und plant eine weitere Expansion.

Ultimate Cell ist ein Vertriebspartner des portugiesischen Unternehmens UTIS, das 2018 durch ein Joint Venture zwischen Ultimate Cell und Semapa gegründet wurde.

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